Reinhard Engel; Gebundene Ausgabe - 176 Seiten, 2001, Czernin Verlag
Cartier, Gucci, Hermés - die großen europäischen Luxusmarken sind mittlerweile global bekannt, ob auf der New Yorker Fifth Avenue oder in den exklusiven Flughafenboutiquen von Dubai und Singapur. Wenige wissen aber, dass auch Wien einmal ein bedeutendes Zentrum der Produktion luxuriöser Stoffe, Kleider und Accessoires war. Am Beginn des 19. Jahrhunderts - so schätzen Wirtschaftshistoriker - verdiente jeder fünfte Arbeiter sein Geld in der Seidenfabrikation, ob als Weber, Drucker oder Posamentierer. Zwei Katastrophen brachten diese gewerblich-industrielle Stadt-Ökonomie beinahe zum Verschwinden. 1918 zerbrach die Donaumonarchie, das Hinterland war abgeschnitten, der Adel verarmte, die Bürger kämpften ums Überleben. 1938 begann die Vertreibung und Vernichtung der österreichischen Juden, die sowohl als Kunden wie auch als Hersteller, Designer und Anbieter der edlen Waren eine riesige Lücke hinterließen. Nach 1945 war Wien wohl noch trister als so manche andere europäische Stadt. Und doch haben zahlreiche Qualitätsunternehmen überlebt, in Nischen, die sie in langen Jahrzehnten zäh und beharrlich ausweiten konnten - freilich nie zu überregionalen Unternehmensgruppen und Konzernen, wie dies in Paris gelang. "Luxus aus Wien" gibt einen historischen Überblick über Glanz und Elend der Schuhmacher, Maßschneider und Schmuckdesigner. Die wichtigsten Unternehmer, die heute noch in Wien Maß nehmen, entwerfen und erzeugen (lassen), kommen in Einzelporträts zu Wort. So wird der Bildband zu einem kulturhistorischen, aber auch praktischen Begleiter für jene, die sich an schönen Dingen erfreuen, aber auch wissen wollen, wessen Hände für deren Zustandekommen verantwortlich sind.
Euro 35,00 - ISBN 3707601218
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