Die zeitgenössische Kunst der australischen Aborigines verlangt nach einer komplexen Betrachtungsweise. Sie ist sowohl Ausdruck einer kulturellen Identität und Geschichte als auch eine Kunst, die für sich selbst steht und mittlerweile international Anerkennung gefunden hat.

Vielen Werken liegen Geschichten aus der Tradition und der Geschichte der Aborigines zugrunde.

In den Bildern werden Elemente der stories und das Land - oft auf verschlüsselte Weise - dargestellt. Jede Geschichte hat mehrere Ebenen, deren Vielschichtigkeit nur derjenige verstehen kann, der in sie eingeweiht wurde.

Die stories sind Ereignisse einer Zeit, in der die Ahnen über die Erde wanderten und mit ihren Aktivitäten die Grundlage für die Ordnung der Welt und der Menschen geschaffen haben.

Den Plätzen, an denen sie wirkten, sind die Aborigines durch die stories verbunden, so dass dem Land und der Landschaft eine Bedeutung zugewiesen ist, die mehr von geistiger als von materieller Qualität ist.

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts nahm in einer australischen Aborigines-Gemeinde eine breite künstlerische Malbewegung ihren Anfang, die mittlerweile ganz Australien umfasst und sich in stilistisch sehr unterschiedliche Richtungen entwickelt hat. In Europa bekannt geworden ist dieser Stil vor allem durch die dotpaintings, die jedoch nur einen Ausschnitt aus dem gesamten Kunstschaffen der Aborigines zeigen.

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